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Claude Skill erstellen von Carsten Rexing

Claude Skill erstellen: 5 Schritte mit Gemini Notebook

Kennst du das? Du erklärst Claude zum fünften Mal in dieser Woche denselben Kontext. Deine Marke, dein Tonfall, dein Freigabeprozess. Jedes Mal von vorne.

Genau dafür gibt es Skills. Ein Claude Skill verpackt dein Wissen einmal sauber, und Claude zieht es sich ab dann selbst, wenn die Aufgabe dazu passt.

Das Praktische: Du musst dieses Wissen nicht aus dem Kopf zusammenschreiben. Du lässt es dir von Gemini Notebook (früher NotebookLM) aus deinen echten Quellen destillieren und baust mit Claude den Skill daraus.

Der Effekt ist messbar. Laut einer Adobe-Auswertung setzen bereits 81 % der Organisationen GenAI in der Content-Erstellung ein, und KI-gestützte Prozesse heben die Produktivität um bis zu 30 %. Wer wiederkehrende Aufgaben in Skills gießt, holt genau diese Zeit zurück.

Dieser Artikel zeigt dir den kompletten Workflow. Von der Quelle bis zum fertigen, wiederverwendbaren Skill.

Inhaltsverzeichnis

Was ist ein Claude Skill?

Ein Claude Skill ist ein Ordner mit Anweisungen, den Claude bei passenden Aufgaben automatisch lädt. Kern ist eine SKILL.md-Datei mit kurzen Metadaten und Anleitung in Markdown. Optional kommen Vorlagen oder Skripte dazu.

Du kannst dir das wie eine Bedienungsanleitung für eine wiederkehrende Aufgabe vorstellen. Statt jeden Prompt neu zu formulieren, steht dein Verfahren fest hinterlegt und ist jederzeit abrufbar.

Anthropic hat Skills am 16. Oktober 2025 eingeführt. Das Clevere daran ist ein Prinzip namens Progressive Disclosure.

„Jeder Skill braucht in der Zusammenfassung nur ein paar Dutzend Tokens, die vollen Details laden erst, wenn die Aufgabe sie erfordert.“

Mahesh Murag, Produktmanager bei Anthropic (VentureBeat)

Für dich heißt das: Du kannst dutzende Skills anlegen, ohne Claude zu überladen. Er sieht immer nur die Kurzbeschreibung und greift tiefer, wenn es passt.

Und die gute Nachricht für Marketer ohne Code-Hintergrund: Für einfache Skills brauchst du keine Programmierung. Du schreibst Anweisungen in Markdown, mehr nicht.

Fertige Skills laden oder selbst bauen?

Kurz gesagt: Fertige Skills aus Datenbanken sparen Zeit, eigene Skills bringen den echten Vorteil. Für sensible oder markenspezifische Aufgaben führt am Selberbauen kein Weg vorbei.

Denn ja, du kannst fertige Skills aus Marktplätzen und Skill-Datenbanken herunterladen und einfach hochladen. Das ist bequem und ein guter Startpunkt.

Aber zwei Dinge solltest du wissen. Erstens die Sicherheitsfrage: Du siehst nicht immer sauber, was hinter einem fremden Skill steckt. Ein Skill kann Anweisungen oder Skripte enthalten, die du nicht überblickst. Deshalb gilt hier dieselbe Vorsicht wie bei jeder fremden Software. Prüfen, bevor du vertraust.

Zweitens sind fertige Skills naturgemäß generisch. Sie kennen deine Marke nicht, deinen Ton nicht, deinen Prozess nicht.

Genau da liegt der Punkt. Ein Skill entfaltet seinen Wert, wenn er deine individuellen Anforderungen abbildet. Und den baust du am besten selbst, mit genau dem Workflow aus diesem Artikel.

Was ist Gemini Notebook (früher NotebookLM)?

Gemini Notebook ist Googles KI-Recherchetool, das ausschließlich auf den Quellen antwortet, die du selbst hochlädst. Google hat es am 16. Juli 2026 von NotebookLM in Gemini Notebook umbenannt, die Funktion und die Adresse notebooklm.google.com bleiben gleich.

Der Unterschied zu einem normalen Chatbot ist entscheidend. Das Tool erfindet nichts aus dem allgemeinen Web, sondern arbeitet nur mit deinem Material. Antworten sind mit Verweisen auf die zugrunde liegende Stelle belegt.

Als Quellen akzeptiert es PDFs, Webseiten, YouTube-Videos, Audiodateien, Google Docs und Slides. In der Plus-Version sind es bis zu 300 Quellen pro Notebook und unbegrenzte Audio-Overviews.

Kurz: Gemini Notebook ist dein Wissensspeicher. Es bündelt, ordnet und fasst zusammen, was verstreut in deinen Dokumenten liegt. Derselbe Speicher lässt sich auch zum Lernen nutzen, dazu habe ich an anderer Stelle beschrieben, wie Gemini Notebook als Lernumgebung funktioniert.

Warum NotebookLM und Claude zusammen mehr können

Weil beide Tools verschiedene Dinge gut können. Gemini Notebook ist stark im Verstehen und Verdichten großer Quellmengen. Claude ist stark im Strukturieren, Formulieren und im wiederholbaren Ausführen über Skills.

Trennst du die Rollen sauber, entsteht ein sauberer Fluss. Notebook liefert das verdichtete Wissen, Claude gießt es in eine wiederverwendbare Form.

Das ist kein Spielkram, sondern trifft einen Nerv. Laut einer Capgemini-Studie halten rund 70 % der Marketer agentische KI für wegweisend. Ein Skill ist genau so ein kleiner Schritt Richtung Agent: Wissen, das selbstständig zur Anwendung kommt.

Wie erstelle ich einen Claude Skill mit Gemini Notebook?

In fünf Schritten. Du sammelst Quellen, lässt sie verdichten, baust den Skill mit Claude, testest ihn und speicherst ihn ab. Rechne mit 30 bis 60 Minuten für den ersten Durchlauf.

Schritt 1: Quellen in Gemini Notebook sammeln

Leg ein neues Notebook an und lade alles rein, was dein Wissen zum Thema enthält. Beispiel Schreibstil-Skill: bestehende Blogposts, dein Styleguide, ein paar Referenz-Newsletter.

Je konkreter deine Quellen, desto schärfer der spätere Skill. Zehn echte Beispiele schlagen jede allgemeine Beschreibung.

Schritt 2: Das Wissen verdichten lassen

Frag Notebook gezielt nach den Mustern. „Welche Satzlängen, welche Ansprache, welche wiederkehrenden Formulierungen nutzt dieser Autor?“

So holst du die stillen Regeln heraus, die in deinen Texten stecken, aber nirgends aufgeschrieben sind. Kopier dir diese Zusammenfassung raus.

Schritt 3: Den Skill mit Claude bauen

Gib Claude die verdichteten Erkenntnisse und den Auftrag: „Bau daraus einen Skill mit SKILL.md.“ Claude kennt das Format und legt Metadaten und Anleitung sauber an.

Wichtig ist die Beschreibung im Frontmatter. Sie entscheidet, wann Claude den Skill überhaupt zieht. Formulier sie mit klaren Auslösern wie „immer wenn ein Text im Stil X gewünscht ist“.

Schritt 4: Testen und schärfen

Gib Claude eine echte Aufgabe und schau, ob der Skill greift. Klingt das Ergebnis wie gewünscht? Wenn nicht, sag konkret, was fehlt.

Dieser Feinschliff ist der eigentliche Hebel. Ein Skill wird mit jedem Feedback besser, ähnlich wie ein Mitarbeiter in der Einarbeitung.

Schritt 5: Skill speichern und teilen

Speicher den fertigen Skill ab, damit er dauerhaft verfügbar ist. Im Team kannst du ihn weitergeben, sodass alle im selben Stil und nach demselben Prozess arbeiten.

Ab jetzt gilt: einmal gebaut, immer nutzbar.

Geht das auch mit Microsoft Copilot?

Ja. Das Prinzip ist dasselbe, nur der Name ist ein anderer. Bei Microsoft heißt das Gegenstück nicht Skill, sondern declarative agent, also deklarativer Agent.

Ein deklarativer Agent ist eine maßgeschneiderte Version von Microsoft 365 Copilot mit eigenen Anweisungen, eigenem Wissen und eigenen Aktionen. Bauen kannst du ihn no-code in Copilot Studio, ganz ohne Programmierung.

Der Workflow bleibt also identisch. Du verdichtest dein Wissen in Gemini Notebook und überträgst es in den Agenten deiner Plattform. Ob das Ergebnis Skill oder deklarativer Agent heißt, ist zweitrangig.

Welche Fehler solltest du vermeiden?

Der häufigste Fehler ist eine schwammige Beschreibung. Ist unklar, wann der Skill greifen soll, lädt Claude ihn nie oder zur falschen Zeit.

Zweiter Klassiker: zu dünne Quellen. Fütterst du Notebook mit Allgemeinplätzen, bekommst du einen Allgemeinplatz-Skill zurück.

Und dritter Punkt: Governance nicht vergessen. Der Work Trend Index zeigt, dass viele Firmen zwar Zeit sparen, aber Schulung und Regeln fehlen. Halt in sensiblen Skills fest, was Menschen prüfen müssen, bevor etwas rausgeht.

FAQ

Brauche ich Programmierkenntnisse für einen Claude Skill?

Nein. Für einfache Skills reicht Markdown, also normaler Text mit ein paar Formatierungen. Erst für fortgeschrittene Funktionen kannst du Skripte anhängen.

Sind fertige Skills aus dem Internet sicher?

Nicht automatisch. Bei heruntergeladenen Skills siehst du nicht immer, welche Anweisungen oder Skripte enthalten sind. Prüf fremde Skills vor dem Einsatz und bau sensible Anwendungen lieber selbst.

Kann ich Gemini Notebook kostenlos nutzen?

Ja, es gibt eine kostenlose Version. Die Plus-Variante hebt Limits an, etwa auf bis zu 300 Quellen pro Notebook und unbegrenzte Audio-Overviews.

Funktioniert der Workflow auch mit Microsoft Copilot?

Ja. Dort heißt das Gegenstück deklarativer Agent und wird no-code in Copilot Studio gebaut. Das Vorgehen mit Gemini Notebook bleibt gleich.

Ersetzt der Skill meine eigene Kontrolle?

Nein. Ein Skill standardisiert die Arbeit, aber die finale Freigabe bleibt bei dir. Gerade bei veröffentlichten Inhalten ist ein menschlicher Prüfschritt Pflicht.

Fazit

Ein Claude Skill verwandelt einmaliges Erklären in dauerhaftes Können. Gemini Notebook liefert das verdichtete Wissen, Claude oder ein deklarativer Agent in Copilot baut daraus die wiederverwendbare Form. Fertige Skills aus Datenbanken sind ein Startpunkt, aber der echte Vorteil entsteht, wenn du für deine eigenen Anforderungen baust.

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